Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist der Teil in meinem königlichen Land -
der bringt mir Leid und Kummer sehr
und Schwere, Ernst und von diesem Zeugs noch mehr?
der sich verdrängt gefühlt hat nach und nach
und dennoch im Unbewussten hält sich wach?

 

Stimme 1: (mit tiefer Stimme denken)
Ich bin’s – bin da – werd’ nur nicht gesehn
Wann ist es soweit, wann wirst du zu mir stehn?
Warte und poltere vom Unbewussten daher
bis du mich spürst und bereit bist zu sehen mehr und mehr.
Bin kreativ und einfallsreich
um zu erschaffen dir Probleme sondergleich!!!!

 

Stimme 2: (mit hoher Stimme denken)
Mich sollst aber auch nicht übersehn in all dem Strudel
bin dein verstecktes Potential – vielleicht ’ne goldene Nudel.
Ich will die Freude – will den Spaß
Will ruh’n und handeln im richtigen Maß.

 

Aha – da gibt es also tief drin in mir
viele Stimmen und für jeden Teil auch eine Tür.
Ob ich sie öffne oder nicht
oder nur will hören, wer dahinter mit mir spricht,
liegt einzig und allein bei mir
- braucht vielleicht Mut und wahrhaft Liebe hier.

 

 Doch soll der Spiegel an der Wand
mir doch aus meinem königlichen Land
zeigen was ist da tief in mir
und öffnen so manch’ verschlossene Tür,
mich strahlen lassen im goldenen Glanz
im Hier und Jetzt mit ganz viel Herz und Eleganz


(c) Ambika 2014



Deutscher Text:
Es gibt einen Grund für Deine Geburt. Es ist kein Zufall, dass Du auf der Erde bist.
Wer Du bist, so bist Du gewesen. Das Gesetz des Karmas dreht sich unermüdlich.
Das Gesetz der Natur ist perfekt und einfach. Aus einer Ursache wird die Wirkung gegossen.
Obwohl im Leben niemand Schmerzen entkommt, muß dieser traurige menschliche Zustand nicht immer bleiben.
Brich aus diesem Kreislauf, der Dich bindet aus. Lass Deine irdischen egoistischen Interessen hinter Dir.
Sei ein Buddha in Deinen Gedanken, Taten und Wegen. Und sicher wirst Du eines Tages im "Reinen Land" sein.
Schau in Dein Herz und Du wirst darin eine reine und freundliche Natur finden.
Lass Dein Herz edel und wahrhaftig sein. Und lass auch Deinen Verstand ruhig und gefestigt sein.


FILM

Pachakutec - Zeit des Wandels - Die Rückkehr des Lichts
Der Pilgerweg des Inka-Sonnenpriester für die Heilung des Herzens der Erde


Film: Water - Die geheime Macht des Wassers


Das Tao der Vergebung - Eine daoistische Geschichte 

Eines Tages gab der Weise dem Schüler einen leeren Sack und einen Korb voller Kartoffeln. "Denk an alle Menschen, die in letzter Zeit etwas gegen dich gesagt oder getan haben, besonders jene, denen du nicht vergeben kannst. Schreibe von jedem den Namen auf eine Kartoffel und tu sie in den Sack." 
Dem Schüler fielen eine Menge Namen ein, und bald war sein Sack voll mit Kartoffeln. 
"Trage den Sack eine Woche lang mit dir, wohin auch immer du gehst, " sagte der Weise. "Wir werden dann wieder darüber sprechen." 
Zuerst dachte sich der Schüler nichts dabei. Den Sack zu tragen war nicht besonders schwer. Aber nach einer Weile, wurde er immer mehr zu einer Last. Er war manchmal im Weg, und es schien mehr Anstrengung nötig, ihn zu tragen, ob wohl das Gewicht das gleiche blieb. 
Nach einigen Tagen begann der Sack zu stinken. Die geritzten Kartoffeln gaben einen reifen Geruch ab. Es wurde nicht nur immer lästiger, sie herumzutragen, sie wurden auch noch recht unangenehm. 
Schließlich war die Woche vergangen. Der Weise rief den Schüler herbei. "Irgendwelche Ideen dazu?" 
"Ja, Meister," antwortete der Schüler. "Wenn wir es nicht schaffen, anderen zu vergeben, tragen wir negative Gefühle mit uns herum, so wie diese Kartoffeln. Diese Negativität wird eine Last für uns, und nach einer Weile verfault es auch noch. 
"Ja genau das passiert, wenn man einen Groll hegt. Wie also können wir die Last verringern?" 
"Wir müssen danach streben zu vergeben." 
"Jemanden zu vergeben ist das Äquivalent zum Herausnehmen einer Kartoffel aus dem Sack. Wie vielen deiner Missetäter bist du fähig zu vergeben? 
"Ich habe recht viel darüber nachgedacht, Meister, " sagte der Schüler. "Es braucht zwar eine Menge Überwindung, aber ich habe mich entschieden, ihnen allen zu vergeben. 
"Sehr gut, wir können alle Kartoffeln entfernen. Gab es noch andere Leute, die dir in dieser Woche schlecht gesinnt waren?" 
Der Schüler dachte eine Weile darüber nach, und gab zu, daß es welche gab. Dann verspürte er Panik, als er erkannte, daß sein Sack schon wieder dabei war, gefüllt zu werden. 
"Meister," fragte er, "wenn wir so weitermachen, werden dann nicht immer Kartoffeln in meinem Sack sein, Woche für Woche?" 
"Ja, solange Menschen auf irgendeine Weise etwas gegen dich tun oder sagen, wirst du immer Kartoffeln haben." 
"Aber Meister, wir können niemals kontrollieren, was andere tun. So wozu ist das Tao in diesem Fall gut?" 
"Wir sind noch nicht im Bereich des Tao. Alles worüber wir bisher gesprochen haben, ist das normale Verständnis von Vergebung. Es ist das selbe, das viele Philosophien und Religionen predigen – wir müssen ununterbrochen danach streben zu vergeben, da es eine wichtige Tugend ist. Dies ist nicht das Tao, da es im Tao kein Streben gibt." 
"Was ist dann das Tao, Meister?" 
"Das kannst du selbst herausfinden. Wenn die Kartoffeln negative Gefühle sind, was ist dann der Sack?" 
"Der Sack ist... das, was es mir erlaubt, die Negativität festzuhalten. Es ist ewas in uns, das uns dazu bringt, uns angegriffen zu fühlen.... Ah, es ist mein aufgeblasener Sinn meiner eigenen Wichtigkeit." 
"Und was passiert, wenn du ihn loslässt?" 
"Dann... scheinen die Dinge, die Menschen gegen mich tun oder sagen, keine so große Sache mehr." 
"In dem Fall, wirst du keine Namen haben, um sie auf Kartoffeln zu schreiben. Das bedeutet, kein Gewicht mehr, das du herumtragen musst, und keinen Gestank mehr.

 

Das Tao der Vergebung ist die bewusste Entscheidung, nicht nur ein paar Kartoffeln zu entfernen, sondern gleich den ganzen Sack loszulassen."


 

 

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch Euch aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen Eure Kinder als lebende Pfeile abgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst Euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

 

Khalil Gibran


Afrikanisches Märchen

Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei. Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs.

Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt.

Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen.

Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie zur kräftigsten Palme der Oase heran.

Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie wohl verkrüppelt die Palme gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum.

Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme der Oase zu ihm herunter und sagte:

"Danke für den Stein, den du mir damals in die Krone gelegt hast. Deine Last hat mich stark gemacht!"